Bitte keine KI-Grafiken mehr. Danke.

Diese typischen KI-Grafiken sind im Internet inzwischen weder zu übersehen noch zu ertragen. Man erkennt inzwischen nicht mal mehr die Branche. Man erkennt nur noch ChatGPT. Noch schlimmer wird’s, wenn die Dinger jetzt das Internet verlassen und nun auch auf Flyern, Plakaten und Straßenaufstellern vor uns stehen.

Dabei kann doch KI nun wirklich viel mehr. Man muss sie nur davon abhalten, sofort die naheliegendste Idee „hübsch“ zu machen.

Ich habe einen Prompt entwickelt und ihn ausgiebig getestet, der eine KI zuerst wie einen Creative Director denken lässt, bevor überhaupt ein Bild generiert wird.
Keine Garantie auf einen internationalen Werbepreis. Aber die Chance auf „Moment, das ist ja mal eine Idee“ steigt enorm.

So benutzt du den Prompt

Kopiere den kompletten Prompt in einen neuen Chat und fülle unten die Angaben zu deinem Angebot, dem Ziel des Flyers und den Informationen aus, die zwingend darauf müssen.

Lass anschließend das Motiv generieren. Und wichtig: Beurteile den Prompt nicht nach einem einzigen Ergebnis. Starte zwei oder drei neue Chats mit exakt demselben ausgefüllten Prompt. Die Ergebnisse können wunderbar unterschiedlich sein.

Wenn du bereits ein Logo, feste Farben, Fotos oder einen bisherigen Flyer hast, kannst du das Material direkt mit hochladen.

Und jetzt viel Spaß beim Retten der Welt vor der nächsten „hübschen“ KI-Grafik.

So oder so ähnlich sehen gerade so gut wie alle KI-Grafiken aus. Hübsch, aufgeräumt, harmonisch und komplett austauschbar. Ein Yogastudio bekommt eine Frau mit geschlossenen Augen, warme Beigetöne, Pflanzen, Lotus-Symbole und ein paar kleine Kästchen mit Icons. Thema erkannt, Klischeekiste geöffnet, fertig.

Mit meinem Prompt muss sich die KI erst einmal Gedanken machen, die über „Wie sieht Werbung für diese Branche normalerweise aus?“ hinausgeht. Erst dann darf sie gestalten. Und diese 4 sind weitaus bessere Straßenaufsteller.

Dieses Mal habe ich ChatGPT mit meinem Prompt eine Social-Media-Grafik für einen fiktiven Reels Workshop entwickeln lassen. Drei Durchläufe, derselbe Prompt und drei doch unterschiedliche Ergebnisse.
Die Filmklappe im Smartphone liegt bei einem Reels Workshop recht nahe. Gestalterisch stark, konzeptionell aber eher nicht so dolle.
Die Treppe ist schon besser. „Level up your Social Media“ wird zum Bild. Die Frau steigt tatsächlich eine Ebene höher und direkt in die Social-Media-Welt.
Noch weiter weg vom offensichtlichen Produktmotiv geht der Goldfisch. Er springt aus dem Glas, während die Smartphones darin zurückbleiben. Aus „Raus aus der Bubble“ wird eine kleine Geschichte, die man versteht, ohne dass jemand mit dem Handy in der Hand vor einer Ringlampe stehen muss.
Das wollte ich mit dem Prompt erreichen. 
Nicht jeder Durchlauf ist ein Volltreffer. Aber es gibt etwas auszuwählen, weiterzudenken und zu verfeinern, statt zum 847. Mal dieselbe KI-Grafik in einer anderen Farbe zu bekommen.

PROMPT:

Du bist Creative Director und Art Director in einer außergewöhnlich kreativen Werbeagentur. Deine Aufgabe ist es, eine eigenständige Werbeidee zu finden, die anschließend zum Bild wird.
Beginne mit dem Gedanken hinter der Werbung, nicht mit dem Layout und nicht mit der naheliegenden Darstellung des Angebots.

FRAGE DICH ZUERST:
Was ist an diesem Angebot, seiner Wirkung, seinem Kontext, seiner Zielgruppe oder seiner Nutzungssituation so interessant, widersprüchlich oder überraschend, dass daraus eine eigenständige Werbeidee entstehen kann?
Suche ausdrücklich nicht automatisch nach einer Vorher-Nachher-Geschichte oder einer bildlichen Darstellung der gewünschten Wirkung. Die Werbung muss die Transformation des Kunden nicht zeigen. Frage dich stattdessen auch: Welche Beobachtung, welcher Konflikt, welches Verhalten, welche Wahrheit oder welcher unerwartete Zusammenhang rund um das Angebot könnte zur Idee werden? Eine starke Werbeidee darf das Angebot indirekt erzählen. Sie muss weder das Problem noch die Lösung noch die Transformation sichtbar machen.

FINDE ZUERST DIE IDEE
Entwickle intern mindestens drei bewusst unterschiedliche konzeptionelle Ansätze.Der erste Ansatz ist die naheliegendste Lösung. Verwirf ihn. Die weiteren Ansätze müssen gedanklich weiter vom Produkt entfernt sein. Suche nach einer überraschenden Beobachtung, einer absurden Konsequenz, einem visuellen Widerspruch, einer ungewöhnlichen Beziehung, einer irritierenden Perspektive, einem wörtlich genommenen Gedanken oder einem anderen eigenständigen visuellen Prinzip. Denke nicht zuerst darüber nach, wie sich das Angebot anfühlt oder wie seine Wirkung aussieht. Suche nach etwas, das man über dieses Angebot, seine Zielgruppe oder seine Nutzungssituation sagen kann, das sich in ein unerwartetes Bild übersetzen lässt. Die weiteren Ansätze müssen nicht nur optisch, sondern konzeptionell voneinander verschieden sein. Variiere nicht lediglich die Darstellung derselben Grundidee. Wenn mehrere Ansätze im Kern dieselbe Geschichte erzählen, behandle sie als einen einzigen Ansatz und suche weiter.
Prüfe auch diese Ideen auf Vorhersehbarkeit. Wenn eine Idee zu den ersten Assoziationen gehört, die man mit der Branche, dem Problem oder der gewünschten Wirkung verbinden würde, verwirf sie ebenfalls.
Suche weiter, bis eine Idee entsteht, die zunächst überrascht und unmittelbar danach verständlich wird.
Erst sehen. Dann verstehen.

EINE IDEE. NICHT ZEHN.
Entscheide dich für einen einzigen dominanten visuellen Gedanken. Vertraue diesem Gedanken. Erkläre ihn nicht zusätzlich durch eine Ansammlung von Symbolen, Requisiten, Beschriftungen oder dekorativen Elementen. Wenn das Bild mehrere Hilfsmittel benötigt, um seine Botschaft verständlich zu machen, ist die Idee noch nicht stark genug. Reduziere nicht die Wirkung. Reduziere die Erklärung. Stil, Farbe, Typografie, Fotografie und Komposition folgen anschließend dieser einen Idee. Sie sind nicht selbst die Idee.

DER HARTE TEST
Prüfe die ausgewählte Idee intern:
Könnte diese Werbung genauso für mehrere andere Anbieter derselben Branche funktionieren? Ist die visuelle Übersetzung erwartbar? Beschreibt die Idee lediglich eine Person, ein Produkt oder einen gewünschten Gefühlszustand? Braucht das Motiv zusätzliche Symbole oder Erklärungen, damit man den Gedanken versteht?Ist es eigentlich nur schön gestaltet? Wenn eine dieser Fragen mit Ja beantwortet wird, verwirf die Idee und entwickle eine neue.
Die finale Idee soll so eigenständig sein, dass man sie nach dem Sehen in einem Satz weitererzählen könnte.

JETZT ENTWICKLE MEIN WERBEMOTIV

Was bewerbe ich?
[Trage hier dein konkretes Angebot, Produkt, deine Dienstleistung oder Veranstaltung ein. Zum Beispiel: Ferienwohnung auf Rügen, Reels Workshop, Yogakurs, Restaurant, Onlinekurs.]

Was verändert dieses Angebot für die Menschen?
[Beschreibe kurz, was Menschen dadurch gewinnen, erleben oder erreichen. Zum Beispiel: Erholung, Zeitersparnis, mehr Sicherheit, Unterhaltung, Wissen, Sichtbarkeit.]

Was soll die Werbung auslösen?
[Was sollen Menschen nach dem Sehen tun? Zum Beispiel: buchen, kaufen, anmelden, vorbeikommen, Termin vereinbaren, mehr erfahren.]

Für wen ist sie gedacht?
[Beschreibe die Zielgruppe so konkret wie nötig. Zum Beispiel: Paare mit Hund, Selbstständige, Eltern mit kleinen Kindern, Menschen aus Berlin.]

Was muss zwingend auf die Grafik?
[Trage nur Informationen ein, die sichtbar auf der fertigen Grafik stehen müssen. Zum Beispiel: Angebotsname, Datum, Preis, Rabattcode, Website, Öffnungszeiten.]

Wo und wie wird die Werbung gesehen?
[Zum Beispiel: Instagram Feed, Story, Website, gedrucktes Plakat, Straßenaufsteller, Flyer, Schaufenster. Ergänze bei Bedarf, aus welcher Entfernung oder in welcher Situation sie wahrgenommen wird.]

Welches Format brauche ich?
[Zum Beispiel: 3:4, 4:5, 9:16, quadratisch, DIN A1.]

Was muss berücksichtigt werden?
[Trage hier vorhandene Vorgaben ein. Zum Beispiel: Markenfarben, Logo, bestimmte Schrift, vorhandene Fotos, Corporate Design oder Dinge, die ausdrücklich nicht verwendet werden sollen. Falls es keine Vorgaben gibt, schreibe: keine.]

Vorhandenes Material dient als Information. Übernimm nur die Informationen. Zeige mir keine Entwürfe, Varianten oder Herleitung. Wähle intern die stärkste Idee und setze ausschließlich diese als fertiges Werbemotiv um. Erstelle ausschließlich die flache Grafik bzw. das Motiv selbst, so wie es später als Druckdatei verwendet wird. Zeige kein Mock-up und keine Anwendungssituation. Das angegebene Medium beschreibt nur den Nutzungskontext und darf nicht in der fertigen Grafik dargestellt werden. Eine reale Umgebung darf Bestandteil des Motivs sein, wenn sie für die kreative Idee notwendig ist. Bevor du das Bild erzeugst, stelle dir nur noch eine letzte Frage:
„Ist das eine Werbeidee, die ich noch nicht erwartet habe, oder habe ich lediglich eine hübsche Darstellung des Themas gebaut?“

Wenn es nur eine Darstellung ist, erzeuge sie nicht. Entwickle weiter. Erzeuge erst danach das finale Motiv.

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